Familien vor Ort unterstützen: Familienbildung ist ein wesentlicher Teil der Familienförderung!

Im Zuge der Verabschiedung des neuen Kinder- und Jugendstärkungsgesetzes im Bundestag fordert das Zukunftsforum Familie e.V. (ZFF) im Hinblick auf die Reform der Kinder- und Jugendhilfe (SGB VIII) erneut, die Familienbildung zu stärken und als wirksames Instrument der niedrigschwelligen Begleitung von Familien abzusichern.

Der Deutsche Bundestag verabschiedet morgen das neue Gesetz zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen (KJSG), wenig später folgt der Bundesrat. Im Zuge der langjährigen Debatten um diese Reform ist es gelungen, den inhaltlichen Leistungskatalog der Familienbildung, -beratung und -erholung nach § 16 SGB VIII im Gesetzentwurf auszudifferenzieren und bspw. ihre Bedeutung für das Erlernen eines demokratischen Miteinanders zu betonen. Das ZFF kritisiert jedoch die nach wie vor mangelnde Rechtsverbindlichkeit dieser Leistungen. Diese sorgt vor Ort für Unklarheiten bei der Finanzierung und damit oftmals für Diskontinuitäten in den Angeboten sowie prekäre Beschäftigungsverhältnisse der Fachkräfte.

Britta Altenkamp, Vorsitzende des ZFF, erklärt: „Insbesondere das vergangene Jahr hat gezeigt, dass Familienbildung ein unverzichtbarer Teil der sozialen und niedrigschwelligen Infrastruktur ist, die Familien Beratung, Begleitung und Unterstützung bietet. Mancherorts waren die Angebote der Familienbildung die einzigen, die nach den Schließungen von Kitas und Schulen für Familien erreichbar waren und ihnen bei der Bewältigung der zweifellos enormen Herausforderungen in der Corona-Krise beistehen konnten.“

Altenkamp fährt fort: „Die Fachwelt ist sich einig, nun muss dringend das Gesetz folgen: Die Familienbildung wie auch die Familienberatung und -erholung nach § 16 SGB VIII muss gesetzlich eindeutig abgesichert und gestärkt werden. Dies nicht nur inhaltlich, sondern auch mit klaren Rechtsansprüchen für die Familien. Andernfalls drohen massive Kürzungen, wenn die kommunalen Haushalte nach der Krise umfassende Sparrunden erfahren. Die Corona-Krise ist für Familien und ihre Kinder, Jugendliche und Eltern noch lange nicht vorbei. Als Gesellschaft sind wir in der Pflicht, alles dafür zu tun, um Familien langfristig zu stärken!“

Bereits im Februar 2021 hat das ZFF gemeinsam mit 22 weiteren Organisationen den Appell „Stärkung der Familienbildung jetzt! Offener Brief anlässlich der Reform des SGB VIII“ veröffentlicht. Diesen finden Sie hier.

Quelle: Pressemitteilung des Zukunftsforums Berlin vom 21. April 2021

Neues von der AHF: Handreichung zur Planung und Umsetzung von digitalen Eltern-Kind-Angeboten in der Familienbildung zum Download

Familienbildung lebt von Begegnung und
Begleitung, von Beratungs-, Bindungs- und Vernetzungsangeboten.  Wie lässt sich dies in Zeiten von Corona erfolgreich umsetzen?

 

Hier leisten digitale Formate gute Dienste. Sie ermöglichen verlässliche und regelmäßige Treffen und offene Angebote auch dann, wenn physische Distanz erforderlich ist. Aus diesem Grund hat die AHF eine Handreichung herausgegeben. Sie liefert für den Bereich der Eltern-Kind-Kurse praxisnahe Ideen und gut umsetzbare Handlungsempfehlungen. Dabei stehen folgende Kernpunkte im Fokus:

  • Umsetzen von Konzeptelementen der Eltern-Kind-Angebote in digitalen Formaten
  • Entwicklung von neuen adäquaten Lösungen
  • Methodik und Didaktik, technische Ausstattung und Datenschutz
  • Anknüpfen an bewährte familienbildnerische Prinzipien im Eltern-Kind-Setting

 Ablaufpläne, Leitfäden und praxisorientierte Tipps machen Lust auf das Planen und Umsetzen von Eltern-Kind-Angeboten unter den besonderen aktuellen Bedingungen.

 

Alle Unterlagen stehen Ihnen zum Download kostenfrei zur Verfügung.

 

Die Handreichung finden Sie unter dem Reiter Handreichung Digitale Eltern-Kind-Angebote.

 

Weitere Arbeitshilfen sind die reichhaltige Ideensammlung mit bereits erprobten Angeboten "Konzept-Ideen für Eltern-Kind-Gruppen" sowie die zwei Formblätter "Eltern-Kind-Gruppe" und "Digitale Eltern-Kind-Gruppe", die Ihnen als Hilfe für die Planung dienen können.

 

Viel Spaß beim Ausprobieren und Umsetzen!

 

 

Eltern-Kind-Gruppen gehen online – Wie geht das? Arbeitshilfe und Videofilme erschienen

Das Netzwerk Evangelischer und Katholischer Eltern-Kind-Gruppen in Deutschland (NEKED) hat kürzlich die Arbeitshilfe „Eltern-Kind-Gruppen gehen online - Wie geht das?“ veröffentlicht. Anhand vieler praktischer Beispiele zeigt die Broschüre Wege auf, wie digitale Angebote für Eltern mit Kindern bis drei Jahren und digitale Elternabende konzipiert und umgesetzt werden können. Denn derzeit können Eltern und Kindern keine Angebote vor Ort gemacht werden, obwohl junge Familien doch gerade jetzt Beratung und Begleitung benötigen: Wen kann ich fragen? Mit wem kann ich mich austauschen? Wo erfahre ich Unterstützung? Die eaf als Teil des NEKED-Netzwerks möchte die Leiter/innen in der Eltern-Kind-Arbeit und die Familien ermutigen, neue Wege zu gehen und online-Formate zu nutzen. 

 

Eltern-Kind-Gruppen als Herzstück der Familienbildung sind ein geeigneter Ort zur Stärkung der Elternkompetenzen und Eltern-Kind-Bindung. Sie bieten Begleitung, Bildung, Orientierung, Impulse zur religiösen Sozialisation und dienen der Entwicklungsförderung, sowie der Gesundheitsprävention. Die Eltern profitieren von dem Informations- und Erfahrungsaustausch, dem Gemeinschaftserlebnis und der Netzwerkbildung. Sie erfahren Entlastung und Selbstvergewisserung für den Familienalltag.

Download Arbeitshilfe „Eltern-Kind-Gruppen gehen online - Wie geht das?“. Viele Anregungen und praktische Beispiele stehen auch als Video auf dem YouTube-Kanal des Forums Familienbildung zur Verfügung.

Quelle: Pressemitteilung der evangelische arbeitsgemeinschaft familie (eaf) vom 11. März 2021

Die AHF ist aktiv!

Das geschäftsführende Team der AHF kontaktiert das Sozialministerium und die sozialpolitischen Sprecher der Hessischen Landtagsfraktion, um auf die sehr bedrohliche finanzielle Lage der Familienbildungsstätten aufmerksam zu machen. Familienbildungsstätten sind als Anlaufstelle, Beratung, Begleitung und Bildungsinstitutionen für Familien eine unentbehrlicher Ort.


Die AHF fordert deshalb, dass Familienbildung unter den Schutzschild gestellt wird, um Insolvenzen zu verhindern, und dass die laufende Finanzierung der Einrichtungen sichergestellt wird, die corona-bedingt massivste Einbrüche erleiden musste.

Denn: Familien sind systemrelevant!

 

Stärkung der Familienbildung jetzt! Offener Brief anlässlich der Reform des SGB VIII

Anlässlich der aktuellen parlamentarischen Debatten um eine Reform des Kinder- und Jugendhilferechts (SGB VIII) sprechen sich 23 Organisationen gemeinsam dafür aus, die Familienbildung als niedrigschwellige und wirksame Unterstützung für Familien zu stärken. Das Zukunftsforum Familie (ZFF) zeichnet diesen Brief mit.

Der offene Brief wurde versendet an die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die zuständigen Minister*innen der Bundesländer, die Fraktionsspitzen im Deutschen Bundestag sowie die Mitglieder des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Deutschen Bundestag.

Britta Altenkamp, Vorsitzende des Zukunftsforum Familie, erklärt: „Die Auswirkungen der Corona-Krise haben Familien in den vergangenen Monaten eine enorme Kraftanstrengung abverlangt. Gerade in dieser Situation brauchen sie eine verlässliche und niedrigschwellige Begleitung durch die Familienbildung vor Ort. Eine zentrale Aufgabe dieser Angebote ist es, Eltern in ihren Beziehungs- und Erziehungskompetenzen zu stärken, um Kindern ein Aufwachsen in Wohlergehen zu ermöglichen. Gute Familienbildung braucht dabei passende Rahmenbedingungen. Die Aussichten angesichts knapper werdender kommunaler Kassen sehen allerdings schlecht aus und Leistungen nach § 16 SGB VIII, zu denen die Angebote gehören, stehen oft an der Spitze der Kürzungslisten. Wir fordern daher dringend den Bund und die Länder auf, die aktuelle Reform des Kinder- und Jugendhilferechts zu nutzen und die Familienbildung zukunftsfest zu machen!“

Der Wortlaut des offenen Briefes: Die Familienbildung nach § 16 SGB VIII leistet einen bedeutsamen Beitrag zur Gestaltung einer kinder- und familien-freundlichen Gesellschaft. Sie bietet über alle Familienphasen hinweg Begleitung und Unterstützung bei der Erziehung, Bildung, Gesundheit und in Alltagsfragen und stärkt die Bindungs- und Beziehungsstabilität in Familien.

Wir, die unterzeichnenden Organisationen, begrüßen es daher sehr, dass der Gesetzentwurf zur Reform des SGB VIII das inhaltliche Leistungsspektrum der Familienbildung in § 16 SGB VIII-E exemplarisch aufzeigt, Grundlagen für Kooperation und Vernetzung im Sozialraum schafft und mit der neu vorge-schlagenen Formulierung endlich Abstand nimmt von einem defizitären Blick auf Eltern und Familie.

Um ihrem wichtigen Auftrag aber gerecht werden zu können, braucht Familien-bildung strukturelle Voraussetzungen, um dauerhaft, verlässlich und wirkungsvoll den Familien in ihrem Sozialraum zur Verfügung zu stehen. Wir fordern Sie daher dringend auf, die Verbindlichkeit der Bereitstellung von Angeboten der Familienbildung durch den öffentlichen Träger der Jugendhilfe zu erhöhen!

Dazu muss/müssen in § 16 SGB VIII klargestellt werden, dass es sich bei der Formulierung („sollen…angeboten werden“) nicht um eine freiwillige Leistung der Kommune, sondern um eine Pflicht zur Bereitstellung der entsprechenden Infrastruktur handelt, die Verpflichtung der Länder zur Formulierung konkreter Ausführungsbestimmungen und Förderrichtlinien im Hinblick auf die Leistungen in § 16 SGB VIII aufgenommen werden sowie die §§ 74 Absatz 6 und 79 Absatz 2 Satz 2 SGB VIII explizit um die Leistungen der Familienförderung und ihre Einrichtungen erweitert und somit der Förderung der Jugendarbeit gleichgestellt werden.

Der jetzt formulierte Zusatz in § 16 SGB VIII-E zur Entwicklung vernetzter, kooperativer und sozialraumorientierter Angebotsstrukturen unterstreicht die Bedeutung des § 79 Abs. 2 Satz 2 SGB VIII-E, welcher klar die Gesamtverantwortung des Trägers der öffentlichen Jugendhilfe bei der Gewährleistung von Aufbau und Weiterentwicklung verbindlicher Strukturen zur Zusammenarbeit betont. Daraus folgt, dass auch für die Familienbildung die entsprechenden Mittel und Personalressourcen vorgehalten und finanziert werden müssen, um Zusammenarbeit vor Ort möglich zu machen.

Die soziale Krise als Folge der Corona-Pandemie zeigt uns deutlich, wie dringend Kinder, Jugendliche und ihre Familien vor Ort auf niedrigschwellige Unterstützung und Beratung angewiesen sind.

Quelle: Pressemitteilung des Zukunftsforums Familie vom 9. Februar 2021

Effektive Arbeitshilfen für alle Themen rund um Familie

Die Prinzipien von NEST: Stärken- und Lösungsorientierung

 

NEST setzt an den Stärken und Kompetenzen der Familien an und zielt darauf ab, diese gemeinsam mit den Müttern und Vätern herauszufinden und zu fördern. Denn genau daraus erwachsen Veränderungsprozesse und eine positive Entwicklung. NEST ist dazu in unterschiedlichen Situationen und thematisch flexibel einsetzbar. Oft reichen bereits wenige Arbeitsblätter aus, mit denen Fachkräfte zu einem Themenbereich beraten können.

 

Positive Veränderungen aus eigener Kraft

Frühe Hilfen unterstützen Familien in belastenden Lebenssituationen. Armut, Bildungsferne, das Leben als allein erziehendes Elternteil, aber auch fehlende eigene Bindungserfahrungen können Belastungen sein. Sie stellen Eltern vor große Herausforderungen – bis hin zur Überforderung. Dies kann die gesunde Entwicklung ihrer Kinder beeinträchtigen. Angebote der Frühen Hilfen sollen dem präventiv begegnen.

 

Der größte Motor für positive Veränderungen liegt in den Familien selbst. Oftmals haben sie jedoch ihre Stärken aus dem Blick verloren, ebenso wie das Vertrauen, Probleme und Krisen aus eigener Kraft bewältigen und in ihrem Leben etwas aktiv bewirken und verändern zu können.

 

Das NEST-Material setzt genau hier an. Es fördert den Blick für die eigenen Kräfte und Kompetenzen. Auf diese Weise können Eltern mit Unterstützung der Fachkräfte Selbstvertrauen und ein Gefühl für ihre Selbstwirksamkeit zurückgewinnen. Das hilft ihnen, eigenverantwortlich Lösungen für ihre Probleme zu finden und das gesunde Aufwachsen ihrer Kinder zu fördern.

Die Orientierung an Stärken und Lösungen wird lediglich an den Stellen und Themen durchbrochen, an denen Verhaltensweisen der Eltern oder anderer Bezugspersonen als Gefahren für das Kind thematisiert werden, zum Beispiel bei den Themen Schütteln, Rauchen, Alkohol- und Drogenkonsum. An diesen Stellen greifen die Materialien auch auf entsprechende Verbotshinweise und -symbole zurück.

 

Kleine Schritte können Großes bewirken

Menschen verändern ihre Verhaltensweisen jedoch nur, wenn sie damit Ziele verfolgen, die sie für sinnvoll und erreichbar halten. Das NEST-Material berücksichtigt beide Aspekte:

  • Mithilfe von Informationen, die sich am Lebensalltag der Familie orientieren, erläutern die Fachkräfte, warum empfohlene Verhaltensweisen sinnvoll sind.
  • Durch Beratung werden die Ziele der Familie konkretisiert. Sie sollen von den Familien möglichst selbst gesteckt werden. Es ist wichtig, dass die Ziele erreicht werden können und die Schritte der Veränderung gemeinsam so gestaltet werden, dass Erfolgserlebnisse möglich sind. Aus den Erfolgserlebnissen entwickeln sich Selbstbewusstsein und der Mut für weitere Schritte.

Arbeitsbeziehung auf Augenhöhe

Die begleiteten Familien kennen ihre Herausforderungen und sowohl bewältigte als auch unbewältigte Krisen am besten. Aus ihren Lebenserfahrungen haben sich Einstellungen, Reaktionsmuster und Verhaltensweisen entwickelt. Das NEST-Material unterstützt Fachkräfte darin, Verständnis für die jeweilige Lebenswelt der Familien zu entwickeln, ihre Erfahrungen und Einstellungen in der Beratung kennenzulernen und in die gemeinsame Arbeit einzubeziehen. Das Material hilft, Informationen sachlich und verständlich zu vermitteln. Dies fördert das partnerschaftliche Miteinander im Begleitungsprozess.

 

Flexibel und vielseitig: Für unterschiedliche Arbeitsaufträge und verschiedene Lebenssituationen der Familien

Jede Fachkraft kann aus dem großen Angebot von NEST – gemeinsam mit der Familie – diejenigen Arbeitsblätter auswählen und individuell zusammenstellen,

die zu der jeweiligen Situation der Familie passen. Das bedeutet auch, dass es für jede Fachkraft Arbeitsblätter gibt, die sich besonders gut oder weniger gut für ihre Arbeit eignen. Die Arbeitsblätter sind so aufgebaut und gestaltet, dass sie ohne weitere Erläuterungen von Familien und Fachkräften verstanden werden können. Nur in wenigen Fällen sind ergänzende Hinweise für die Fachkraft formuliert.

 

Weitere Informationen finden Sie hier:
https://www.fruehehilfen.de/index.php?id=583

 Quelle: Nationales Zentrum Frühe Hilfen