Ein großes Dankeschön an alle Familienbildnerinnen, die seit über einem Jahr alles möglich gemacht haben, um Familien in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen. Danke.

Foto: unsplash.com

Eltern-Kind-Gruppen gehen online – Wie geht das? Arbeitshilfe und Videofilme erschienen

Das Netzwerk Evangelischer und Katholischer Eltern-Kind-Gruppen in Deutschland (NEKED) hat kürzlich die Arbeitshilfe „Eltern-Kind-Gruppen gehen online - Wie geht das?“ veröffentlicht. Anhand vieler praktischer Beispiele zeigt die Broschüre Wege auf, wie digitale Angebote für Eltern mit Kindern bis drei Jahren und digitale Elternabende konzipiert und umgesetzt werden können. Denn derzeit können Eltern und Kindern keine Angebote vor Ort gemacht werden, obwohl junge Familien doch gerade jetzt Beratung und Begleitung benötigen: Wen kann ich fragen? Mit wem kann ich mich austauschen? Wo erfahre ich Unterstützung? Die eaf als Teil des NEKED-Netzwerks möchte die Leiter/innen in der Eltern-Kind-Arbeit und die Familien ermutigen, neue Wege zu gehen und online-Formate zu nutzen. 

 

Eltern-Kind-Gruppen als Herzstück der Familienbildung sind ein geeigneter Ort zur Stärkung der Elternkompetenzen und Eltern-Kind-Bindung. Sie bieten Begleitung, Bildung, Orientierung, Impulse zur religiösen Sozialisation und dienen der Entwicklungsförderung, sowie der Gesundheitsprävention. Die Eltern profitieren von dem Informations- und Erfahrungsaustausch, dem Gemeinschaftserlebnis und der Netzwerkbildung. Sie erfahren Entlastung und Selbstvergewisserung für den Familienalltag.

Download Arbeitshilfe „Eltern-Kind-Gruppen gehen online - Wie geht das?“. Viele Anregungen und praktische Beispiele stehen auch als Video auf dem YouTube-Kanal des Forums Familienbildung zur Verfügung.

Quelle: Pressemitteilung der evangelische arbeitsgemeinschaft familie (eaf) vom 11. März 2021

Neues von der AHF: Handreichung zur Planung und Umsetzung von digitalen Eltern-Kind-Angeboten in der Familienbildung zum Download

Familienbildung lebt von Begegnung und
Begleitung, von Beratungs-, Bindungs- und Vernetzungsangeboten.  Wie lässt sich dies in Zeiten von Corona erfolgreich umsetzen?

 

Hier leisten digitale Formate gute Dienste. Sie ermöglichen verlässliche und regelmäßige Treffen und offene Angebote auch dann, wenn physische Distanz erforderlich ist. Aus diesem Grund hat die AHF eine Handreichung herausgegeben. Sie liefert für den Bereich der Eltern-Kind-Kurse praxisnahe Ideen und gut umsetzbare Handlungsempfehlungen. Dabei stehen folgende Kernpunkte im Fokus:

  • Umsetzen von Konzeptelementen der Eltern-Kind-Angebote in digitalen Formaten
  • Entwicklung von neuen adäquaten Lösungen
  • Methodik und Didaktik, technische Ausstattung und Datenschutz
  • Anknüpfen an bewährte familienbildnerische Prinzipien im Eltern-Kind-Setting

 Ablaufpläne, Leitfäden und praxisorientierte Tipps machen Lust auf das Planen und Umsetzen von Eltern-Kind-Angeboten unter den besonderen aktuellen Bedingungen.

 

Alle Unterlagen stehen Ihnen zum Download kostenfrei zur Verfügung.

 

Die Handreichung finden Sie unter dem Reiter Handreichung Digitale Eltern-Kind-Angebote.

 

Weitere Arbeitshilfen sind die reichhaltige Ideensammlung mit bereits erprobten Angeboten "Konzept-Ideen für Eltern-Kind-Gruppen" sowie die zwei Formblätter "Eltern-Kind-Gruppe" und "Digitale Eltern-Kind-Gruppe", die Ihnen als Hilfe für die Planung dienen können.

 

Viel Spaß beim Ausprobieren und Umsetzen!

 

 

Die AHF ist aktiv!

Das geschäftsführende Team der AHF kontaktiert das Sozialministerium und die sozialpolitischen Sprecher der Hessischen Landtagsfraktion, um auf die sehr bedrohliche finanzielle Lage der Familienbildungsstätten aufmerksam zu machen. Familienbildungsstätten sind als Anlaufstelle, Beratung, Begleitung und Bildungsinstitutionen für Familien eine unentbehrlicher Ort.


Die AHF fordert deshalb, dass Familienbildung unter den Schutzschild gestellt wird, um Insolvenzen zu verhindern, und dass die laufende Finanzierung der Einrichtungen sichergestellt wird, die corona-bedingt massivste Einbrüche erleiden musste.

Denn: Familien sind systemrelevant!

 

Stärkung der Familienbildung jetzt! Offener Brief anlässlich der Reform des SGB VIII

Anlässlich der aktuellen parlamentarischen Debatten um eine Reform des Kinder- und Jugendhilferechts (SGB VIII) sprechen sich 23 Organisationen gemeinsam dafür aus, die Familienbildung als niedrigschwellige und wirksame Unterstützung für Familien zu stärken. Das Zukunftsforum Familie (ZFF) zeichnet diesen Brief mit.

Der offene Brief wurde versendet an die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die zuständigen Minister*innen der Bundesländer, die Fraktionsspitzen im Deutschen Bundestag sowie die Mitglieder des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Deutschen Bundestag.

Britta Altenkamp, Vorsitzende des Zukunftsforum Familie, erklärt: „Die Auswirkungen der Corona-Krise haben Familien in den vergangenen Monaten eine enorme Kraftanstrengung abverlangt. Gerade in dieser Situation brauchen sie eine verlässliche und niedrigschwellige Begleitung durch die Familienbildung vor Ort. Eine zentrale Aufgabe dieser Angebote ist es, Eltern in ihren Beziehungs- und Erziehungskompetenzen zu stärken, um Kindern ein Aufwachsen in Wohlergehen zu ermöglichen. Gute Familienbildung braucht dabei passende Rahmenbedingungen. Die Aussichten angesichts knapper werdender kommunaler Kassen sehen allerdings schlecht aus und Leistungen nach § 16 SGB VIII, zu denen die Angebote gehören, stehen oft an der Spitze der Kürzungslisten. Wir fordern daher dringend den Bund und die Länder auf, die aktuelle Reform des Kinder- und Jugendhilferechts zu nutzen und die Familienbildung zukunftsfest zu machen!“

Der Wortlaut des offenen Briefes: Die Familienbildung nach § 16 SGB VIII leistet einen bedeutsamen Beitrag zur Gestaltung einer kinder- und familien-freundlichen Gesellschaft. Sie bietet über alle Familienphasen hinweg Begleitung und Unterstützung bei der Erziehung, Bildung, Gesundheit und in Alltagsfragen und stärkt die Bindungs- und Beziehungsstabilität in Familien.

Wir, die unterzeichnenden Organisationen, begrüßen es daher sehr, dass der Gesetzentwurf zur Reform des SGB VIII das inhaltliche Leistungsspektrum der Familienbildung in § 16 SGB VIII-E exemplarisch aufzeigt, Grundlagen für Kooperation und Vernetzung im Sozialraum schafft und mit der neu vorge-schlagenen Formulierung endlich Abstand nimmt von einem defizitären Blick auf Eltern und Familie.

Um ihrem wichtigen Auftrag aber gerecht werden zu können, braucht Familien-bildung strukturelle Voraussetzungen, um dauerhaft, verlässlich und wirkungsvoll den Familien in ihrem Sozialraum zur Verfügung zu stehen. Wir fordern Sie daher dringend auf, die Verbindlichkeit der Bereitstellung von Angeboten der Familienbildung durch den öffentlichen Träger der Jugendhilfe zu erhöhen!

Dazu muss/müssen in § 16 SGB VIII klargestellt werden, dass es sich bei der Formulierung („sollen…angeboten werden“) nicht um eine freiwillige Leistung der Kommune, sondern um eine Pflicht zur Bereitstellung der entsprechenden Infrastruktur handelt, die Verpflichtung der Länder zur Formulierung konkreter Ausführungsbestimmungen und Förderrichtlinien im Hinblick auf die Leistungen in § 16 SGB VIII aufgenommen werden sowie die §§ 74 Absatz 6 und 79 Absatz 2 Satz 2 SGB VIII explizit um die Leistungen der Familienförderung und ihre Einrichtungen erweitert und somit der Förderung der Jugendarbeit gleichgestellt werden.

Der jetzt formulierte Zusatz in § 16 SGB VIII-E zur Entwicklung vernetzter, kooperativer und sozialraumorientierter Angebotsstrukturen unterstreicht die Bedeutung des § 79 Abs. 2 Satz 2 SGB VIII-E, welcher klar die Gesamtverantwortung des Trägers der öffentlichen Jugendhilfe bei der Gewährleistung von Aufbau und Weiterentwicklung verbindlicher Strukturen zur Zusammenarbeit betont. Daraus folgt, dass auch für die Familienbildung die entsprechenden Mittel und Personalressourcen vorgehalten und finanziert werden müssen, um Zusammenarbeit vor Ort möglich zu machen.

Die soziale Krise als Folge der Corona-Pandemie zeigt uns deutlich, wie dringend Kinder, Jugendliche und ihre Familien vor Ort auf niedrigschwellige Unterstützung und Beratung angewiesen sind.

Quelle: Pressemitteilung des Zukunftsforums Familie vom 9. Februar 2021

Entschieden gegen Genitalverstümmelung vorgehen: Ministerin Giffey stellt Schutzbrief vor

Zum internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung stellt Bundes-frauenministerin Franziska Giffey einen Schutzbrief vor, der Mädchen vor Genital-verstümmelung schützen soll. Weltweit sind über 200 Millionen Frauen von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen, 3 Millionen Mädchen sind von ihr bedroht. Allein in Deutschland leben 68.000 Frauen, die eine Genitalverstümmelung über sich ergehen lassen mussten. Und 15.000 Mädchen leben in der Angst, dass ihnen eine solche schwere Körperverletzung angetan wird.

 

Oftmals wird die weibliche Genitalverstümmelung während der Ferienzeiten in den Herkunftsländern durchgeführt. Um Mädchen davor zu schützen, hat Ministerin Giffey in enger Abstimmung mit Nichtregierungsorganisationen, den Ländern und den zuständigen Ressorts der Bundesregierung einen Schutzbrief gegen weibliche Genitalverstümmelung entwickelt, den die Familien und gerade auch die betroffenen Mädchen mit auf ihre Reisen in die Herkunftsländer nehmen sollen.

Der Schutzbrief informiert über die Strafbarkeit in Deutschland, auch wenn die weibliche Genitalverstümmelung im Ausland vorgenommen wird. Es drohen bis zu 15 Jahre Haft. Weiterhin wird über den möglichen Verlust des Aufenthaltstitels informiert. Durch diese konkreten Informationen sollen Familien davon abgehalten werden, auf Reisen eine Genitalverstümmelung an ihren Töchtern durchzuführen. Der offizielle Schutzbrief gibt ihnen starke und überzeugende Argumente gegen den gesellschaftlichen und familiären Druck in den Herkunftsländern an die Hand.

Bundesministerin Franziska Giffey: „Mit dem Schutzbrief haben wir ein wichtiges Instrument gegen weibliche Genitalverstümmelung geschaffen, das den Mädchenberatungsstellen vor Ort und den Mädchen selbst Hilfestellung geben wird. In meiner Zeit als Bürgermeisterin in Berlin-Neukölln hätte ich mir eine solche konkrete Unterstützung von oberster Stelle der Bundesregierung immer gewünscht. Der Schutzbrief macht Familien deutlich, dass das deutsche Recht bei dieser archaischen Straftat nicht an unseren Landesgrenzen Halt macht und weist sie auf die ernsthaften Konsequenzen hin. Morgen ist der internationale Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung. Er erinnert daran, um was für eine schwerwiegende Menschenrechtsverletzung es sich hier handelt. Betroffene Frauen leiden unter lebenslangen Schmerzen und gesundheitlichen Problemen. Ihnen wird ihr Recht auf sexuelle Selbstbestimmung genommen. Gegen diese grausame Praxis müssen wir entschieden vorgehen.“

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht, Bundesaußenminister Heiko Maas, Bundesinnenminister Horst Seehofer und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn haben den Schutzbrief ebenfalls mitunterzeichnet. Der Schutzbrief wird auf den Webseiten der beteiligten Ministerien, der Bundesländer sowie diverser NGOs zum Herunterladen und Bestellen bereitstehen (auf der Seite des BMFSFJ hier: bmfsfj.de/fgm-schutzbrief).

Der gedruckte Flyer soll künftig bei NGOs, Beratungsstellen und Arztpraxen ausliegen und so das Beratungspersonal bei der Aufklärung unterstützen. Gedruckt hat der Flyer die Größe eines Reisepasses, so dass er bequem auf Reisen mitgenommen werden kann. Zudem wird der Schutzbrief zeitnah in andere Sprachen übersetzt werden (neben Englisch und Französisch auch in verschiedene afrikanische und asiatische Sprachen).

Unterstützung erhalten Betroffene von weiblicher Genitalverstümmelung auch über das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen" unter der kostenlosen Telefonnummer 08000-116 016. Neben den betroffenen Frauen können sich auch Angehörige, Freunde und Menschen aus dem sozialen Umfeld sowie Fachkräfte an das Hilfetelefon wenden. Das barrierefreie, anonyme und mehrsprachige Angebot steht rund um die Uhr zur Verfügung.

Quelle: Pressemitteilung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom 5. Februar 2021

Aufklärung zum Schütteltrauma in leichter Sprache

 Titelbild der Publikation

 

 

Neu: Broschüre “Schütteln kann Babys krank machen”


Zur Aufklärung von Schütteltrauma hat das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) eine achtseitige Broschüre in Leichter Sprache veröffentlicht. Die DIN-A5-Broschüre erklärt Eltern, warum Babys schreien und wie man ein Baby beruhigen kann. Mütter und Väter erfahren zudem, warum Schütteln gefährlich ist und wo sie Hilfe bekommen. Zahlreiche Zeichnungen in Leichter Sprache erhöhen das Textverständnis. Die Publikation richtet sich an Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung. Sie ergänzt die Materialien zur Prävention von Schütteltrauma des NZFH. Kommunen und Mitglieder im “Bündnis gegen Schütteltrauma” können die anpassbare Vorlage für die Broschüre über die E-Mail redaktion@fruehehilfen.de anfordern.
 
Die Broschüre kann über www.fruehehilfen.de und per E-Mail an bestellung@bzga.de mit Angabe der Bestellnummer 16000568 kostenfrei bezogen werden.

Weitere Informationen erhalten Sie hier

 

 
 

 

 

 

„Hallo Frühchen“-App mit erweiterten Funktionen

Die App „Hallo Frühchen" informiert seit 2017 auf kindgerechte Weise anschaulich sowie erzählerisch über das Thema Frühgeburt. Damit trägt sie ergänzend dazu bei, dass Geschwister, aber auch ehemals zu früh geborene Kinder selbst, ein besseres Verständnis für die erlebte besondere Anfangssituation entwickeln können. Stellvertretend für das eigene Erleben der Kinder wird die Geschichte vom Kindergartenkind Amelie erzählt. Auch ihr kleiner Bruder Ben kommt früher als geplant zur Welt. Begleitet wird sie durch die anfangs turbulente Zeit von ihrem Stofftiger Tassilo.

Nach dem erfolgreichen Start der App „Hallo Frühchen“ gibt es ab sofort eine Erweiterung der virtuellen Bildergeschichte für Kinder im Vorschulalter. Mit dem neuen Angebot der Mehrsprachigkeit kann die App nun auch von Familien genutzt werden, deren Muttersprache französisch, englisch, türkisch, spanisch oder arabisch ist.

 

Die neue Pinnwand-Funktion zeigt anhand von weiteren kurzen Geschichten und Bildern, dass die betroffene Familie nicht alleine ist mit ihrem Schicksal. Das kann stärken und Mut machen.

 

Funktionen im Überblick:

- Speziell animierter Wissensbereich zur Vertiefung potenzieller Kinderfragen

- Aktionsbereich mit Anleitungen zur Umsetzung kreativer Bastelideen für das neue Geschwisterchen

- Virtuelles Fotoalbum zur Dokumentation der Anfangszeit mit entsprechenden Bildern

- Hilfreiche Linktipps rund um das Thema Geschwister von zu früh bzw. krank geborenen Kindern

- Neu: Pinnwand mit Fotos und Geschichten von anderen Frühchen zum Lesen und anschauen

- Neu: Jetzt auch in englischer, französisch, türkischer, spanischer und arabischer Sprache

 

Die aktualisierte Version der Frühchen-App steht ab sofort zum kostenfreien Download für Tablets und Smartphones in Android-Version im Google Play-Store sowie iPad und iPhone-Version im App-Store bereit.

 

Das Projekt wurde vom deutschen Frühgeborenen-Verband in Kooperation mit der Medienagentur KIDS interactive GmbH in Erfurt entwickelt. Für Daniel Brochwitz, Geschäftsführer der Medienagentur, war die Entwicklung der App eine Herzensangelegenheit. Als Frühchen-Vater kennt er die Sorgen der Familien aus eigener Erfahrung und weiß, wie hilfreich solche Angebote sein können: „Wir freuen uns sehr über den großen Erfolg der Hallo-Frühchen-App und die daraus resultierende inhaltliche Weiterentwicklung. Als Agentur für interaktive Medien liegen uns natürlich besonders solche Projekte am Herzen, die unsere junge Zielgruppe auch in sehr herausfordernden Situationen optimal unterstützen. Mit der Hallo-Frühchen-App konnten wir gemeinsam mit dem Bundesverband solch ein tolles Projekt realisieren.“

 

Als erfolgreicher Thriller-Autor und Vater von drei Kindern, das Jüngste zu früh geboren, kennt Sebastian Fitzek die Herausforderungen für Eltern nur zu gut, die all ihren Kindern in dieser sorgenvollen Anfangszeit gleichermaßen gerecht werden wollen. „Im Spagat zwischen Klinik und den beiden älteren Geschwistern unseres Frühchens, die es zunächst nicht besuchen und kennenlernen konnten, hätte uns eine solche anschauliche App sehr dabei geholfen, unseren Kindern die Situation gut zu erklären,“ meint Sebastian Fitzek rückblickend. „Insofern freut es mich natürlich, dass die App nun weitere typische Kinderfragen und Frühchen-Geschichten enthält und zudem in fünf weiteren Sprachen angeboten wird.“

 

Gefördert wurde das Projekt dankenswerterweise im Rahmen der Selbsthilfeförderung auf Bundesebene von der BARMER. „Damit Eltern und Geschwister frühgeborene Kinder so gut wie möglich unterstützen können, sind zeitgemäße, digitale Selbsthilfeangebote immens wichtig. Die nun vorgenommenen Erweiterungen helfen, die besonderen Bedürfnisse der Frühchen zu verstehen und können so die ganze Familie stärken. In digitalen Unterstützungsangeboten sehe ich eine große Chance, insbesondere dann, wenn sie so liebevoll gestaltet sind wie die Hallo Frühchen-App“, sagt Martin Till, Landesgeschäftsführer der BARMER in Hessen.

 Quelle: Pressemitteilung des Bundesverbands „Das frühgeborene Kind“ vom 15. Dezember 2020

Hessen hat offene Ohren

Telefonseelsorge, Krisenhilfe und Gesprächsangebote schnell

und einfach finden

 

Die Corona-Pandemie stellt die Bevölkerung in Hessen vor neue und unbekannte Herausforderungen: Kontakte reduzieren, Existenzängste, Sorgen

um die Gesundheit, Arbeiten im Home-Office, Quarantäne und Familienleben auf engstem Raum sind nur einige Beispiele dafür, was die Menschen umtreibt. Viele Menschen wünschen sich in dieser Zeit ein offenes Ohr, Ermutigung oder einen hilfreichen Rat für ihre Situation – mit oder ohne Krise. Deshalb bieten viele Kommunen und psychosoziale Organisationen hessenweit und bundesweit Gesprächsmöglichkeiten für unterschiedliche Problemlagen an. Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration (HMSI) hat in Kooperation mit der Hessischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V. (HAGE) mit technischer Unterstützung durch die Firma YAKAMARA Media das Portal „Offene Ohren“ aufgebaut. Auf der Website finden betroffene oder besorgte Bürger und Bürgerinnen Telefonnummern und Adressen aktueller und kostenloser Krisenhilfe-, Beratungs- und Seelsorgeangebote übersichtlich aufbereitet.

 

„Schnell und einfach können vorhandene Hotlines und Angebote zu verschiedenen Problemlagen wohnortnah gefiltert und gefunden werden. Denn nur Hilfe, die gefunden wird, kann etwas bewirken“, sagt Anne Janz, Staats-sekretärin im HMSI, „wir möchten mit der Seite gemeinsam einen Beitrag zur Krisenbewältigung leisten und Hilfe- und Ratsuchende mit passenden Angeboten wohnortnah zusammenzubringen,“ betont Janz, die zugleich Vorstandsvorsitzende der HAGE e. V. ist. Durch die aktuellen Maßnahmen, die dazu dienen, die Corona-Pandemie einzudämmen, werden spontane, persönliche Gespräche mit Freunden, Verwandten oder Bekannten seltener. Und auch der hilfreiche Smalltalk mit der Nachbarin, mit anderen Eltern zu den Abholzeiten oder dem Gastwirt des Stammlokals sind stark reduziert. Älteren Menschen fehlt aus Sorge um die eigene Gesundheit mitunter ein persönlicher Ansprechpartner für den Austausch über die Ängste und Nöte in der Krise.

 

Aktuell macht das Land und die HAGE e. V. gemeinsam mit der Hessischen

Landesstelle für Suchtfragen durch eine Plakataktion quer durch Hessen auf das

Portal aufmerksam. „Zahlreiche Kommunen und psychosoziale Organisationen

wissen um die sozialen und psychischen Belastungen und bieten hessen- und

bundesweit Krisenhilfe, Seelsorge, Gesprächs- und Beratungsmöglichkeiten für

unterschiedliche Problemlagen an. Doch oft sind die Angebote in der Akutsituation den Hilfesuchenden nicht bekannt, schwer zu finden oder liegen räumlich nicht im benötigten Zuständigkeitsgebiet“, erläutert Janz den Bedarf für das Angebot. „Die Internetseite offenohren-hessen.de bündelt viele Telefonangebote an einer zentralen Stelle. Uns war es wichtig, Hürden abzubauen, damit die unterschiedlichen Hilfs- und Gesprächsangebote, die es hessen- und bundesweit gibt oder gerade entstehen, die Menschen auch  erreichen“, betont Dr. Katharina Böhm, Geschäftsführerin der HAGE e.V.

Hintergrund: Anbieter der aufgeführten Hilfen sind Vereine, Initiativen, Kommunen oder Landes- und Bundesministerien. Alle gemachten Angaben beruhen auf Selbstauskünften der jeweiligen Organisationen. Einrichtungen die selbst ein Beratungsangebot unterhalten oder wenn Einrichtungen und Initiativen vor Ort bekannt sind, die noch nicht auf https://offeneohren-hessen.de erfasst sind, sind diese gern an offeneohren@hage.de zu melden. Interessierte Akteure können sich zur Bestellung von Plakaten ebenfalls

an offeneohren@hage.de wenden.

Quelle: Presseinformation des HSMI, 23.12.20

Neue Termine für Weiterbildung zum Elternbegleiter/zur Elternbegleiterin

Die Weiterqualifizierung zur_zum Elternbegleiter_in richtet sich an Fachkräfte, die in Familienzentren, Eltern-Kind-Zentren, Kitas, Familienbildungsstätten und anderen Einrichtungen der Familienbildung tätig sind bzw. mit Familien zusammenarbeiten. Sie beinhaltet Themen wie Bildung in der Familie, dialogisches Arbeiten, vorurteilsbewusste Begegnung, Beratungskompetenzen und aufsuchende Elternarbeit.

Einen Überblick zu dem Programm Elternchance II, den Aufgaben von Elternbegleiter_innen, dem Inhalt und Umfang der Weiterqualifizierung finden Sie im Kurzcurriculum des Trägerkonsortiums.

Hintergrund ist das Bundesprogramm “Elternchance ist Kinderchance” des BMFSFJ. Seit 01.08.2015 finden die Kurse im Rahmen des ESF-Bundesprogramms “Elternchance II – Familien früh für Bildung gewinnen” statt. Seit Beginn des Programmes konnten bundesweit bereits über 10.000 Fachkräfte der Familienbildung weiterqualifiziert werden.

Die Weiterqualifizierung schließt mit einem Zertifikat ab. Die Teilnahme ist kostenfrei. Es wird eine Bearbeitungsgebühr von 100 € erhoben.

 

Termine für 2021:

https://www.konsortium-elternchance.de/aktuelle-infos/kurstermine-2021/

Landesservicestelle für hessische Familienzentren

Seit 1. Oktober 2020 berät die neue Anlaufstelle für lokale Familienzentren.

Sozial- und Integrationsminister Kai Klose: „Wir investieren weiter in ein

familienfreundliches Hessen.“

 

Ab sofort unterstützt die neue Landesservicestelle die 181 Familienzentren in

Hessen bei ihrer Arbeit. „Wir freuen uns, dass jetzt eine zentrale Servicestelle für

alle Familienzentren da ist, um ihnen bei wichtigen Fragen hilfreich zur Seite zu

stehen“, so Sozial- und Integrationsminister Kai Klose. Die neue Koordinierungs-stelle bietet den lokalen Familienzentren Hilfe zur Selbsthilfe, indem sie den Austausch untereinander fördert, Ideen weiterleitet oder mit fachlichem Input unterstützt. Der Minister betont: „So setzen wir einen weiteren wichtigen Punkt unseres Koalitionsvertrags um und investieren in ein familienfreundliches Hessen."

 

Die lokalen Zentren engagieren sich oft für Schwerpunktthemen wie Gesundheit

oder Integration oder sie fokussieren sich auf bestimmte Projekte. So wie etwa das Familienzentrum BSA e.V., das den in diesem Jahr mit dem Hessischen

Familienpreis ausgezeichneten „Gemeinschaftsgarten Bad Sooden-Allendorf“

entwickelt hat. Dort treffen sich Frauen, Männer und Familien unterschied-lichster Herkunftsländer, Lebenswelten und Religionen sowie Menschen mit körperlichen und seelischen Einschränkungen und können sich gestalterisch einbringen. „Die Landesservicestelle begleitet und berät solche Projekte und sorgt für Vernetzung, damit auch andere Zentren von gemachten Erfahrungen profitieren können“, sagt Klose.

 

Daniela Kobelt Neuhaus, Vorstandsmitglied der Karl Kübel Stiftung für Kind und

Familie, ergänzt: „Wir freuen uns, dass wir uns bei dieser europaweiten

Ausschreibung mit unserem Angebot durchsetzen konnten. Die spannende und

dynamische Entwicklung von Familienzentren in Hessen mitzugestalten und die

Expertise aus vielen bundesweiten Projekten einbringen zu können, sehen wir als Herausforderung und Chance, die wir gerne zugunsten generationen-übergreifender Bildung und Entwicklung nutzen wollen.“ Die Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie hat in Folge der Ausschreibung den Zuschlag als Landesservicestelle für die Familienzentren erhalten.

 

Aber auch interessierte Einrichtungen und Träger können sich an die Servicestelle wenden, wenn sie sich zum Familienzentrum entwickeln wollen. Gerade zu Beginn ist es wichtig, die richtigen Schritte zu setzen die Kräfte zu bündeln und vorhandene Partner zusammenzubringen. Die Landesservicestelle sorgt auch dafür, die Qualität der hessischen Familienzentren zu sichern und weiterzuentwickeln.

 

Quelle: Pressestelle des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integraton

Effektive Arbeitshilfen für alle Themen rund um Familie

Die Prinzipien von NEST: Stärken- und Lösungsorientierung

 

NEST setzt an den Stärken und Kompetenzen der Familien an und zielt darauf ab, diese gemeinsam mit den Müttern und Vätern herauszufinden und zu fördern. Denn genau daraus erwachsen Veränderungsprozesse und eine positive Entwicklung. NEST ist dazu in unterschiedlichen Situationen und thematisch flexibel einsetzbar. Oft reichen bereits wenige Arbeitsblätter aus, mit denen Fachkräfte zu einem Themenbereich beraten können.

 

Positive Veränderungen aus eigener Kraft

Frühe Hilfen unterstützen Familien in belastenden Lebenssituationen. Armut, Bildungsferne, das Leben als allein erziehendes Elternteil, aber auch fehlende eigene Bindungserfahrungen können Belastungen sein. Sie stellen Eltern vor große Herausforderungen – bis hin zur Überforderung. Dies kann die gesunde Entwicklung ihrer Kinder beeinträchtigen. Angebote der Frühen Hilfen sollen dem präventiv begegnen.

 

Der größte Motor für positive Veränderungen liegt in den Familien selbst. Oftmals haben sie jedoch ihre Stärken aus dem Blick verloren, ebenso wie das Vertrauen, Probleme und Krisen aus eigener Kraft bewältigen und in ihrem Leben etwas aktiv bewirken und verändern zu können.

 

Das NEST-Material setzt genau hier an. Es fördert den Blick für die eigenen Kräfte und Kompetenzen. Auf diese Weise können Eltern mit Unterstützung der Fachkräfte Selbstvertrauen und ein Gefühl für ihre Selbstwirksamkeit zurückgewinnen. Das hilft ihnen, eigenverantwortlich Lösungen für ihre Probleme zu finden und das gesunde Aufwachsen ihrer Kinder zu fördern.

Die Orientierung an Stärken und Lösungen wird lediglich an den Stellen und Themen durchbrochen, an denen Verhaltensweisen der Eltern oder anderer Bezugspersonen als Gefahren für das Kind thematisiert werden, zum Beispiel bei den Themen Schütteln, Rauchen, Alkohol- und Drogenkonsum. An diesen Stellen greifen die Materialien auch auf entsprechende Verbotshinweise und -symbole zurück.

 

Kleine Schritte können Großes bewirken

Menschen verändern ihre Verhaltensweisen jedoch nur, wenn sie damit Ziele verfolgen, die sie für sinnvoll und erreichbar halten. Das NEST-Material berücksichtigt beide Aspekte:

  • Mithilfe von Informationen, die sich am Lebensalltag der Familie orientieren, erläutern die Fachkräfte, warum empfohlene Verhaltensweisen sinnvoll sind.
  • Durch Beratung werden die Ziele der Familie konkretisiert. Sie sollen von den Familien möglichst selbst gesteckt werden. Es ist wichtig, dass die Ziele erreicht werden können und die Schritte der Veränderung gemeinsam so gestaltet werden, dass Erfolgserlebnisse möglich sind. Aus den Erfolgserlebnissen entwickeln sich Selbstbewusstsein und der Mut für weitere Schritte.

Arbeitsbeziehung auf Augenhöhe

Die begleiteten Familien kennen ihre Herausforderungen und sowohl bewältigte als auch unbewältigte Krisen am besten. Aus ihren Lebenserfahrungen haben sich Einstellungen, Reaktionsmuster und Verhaltensweisen entwickelt. Das NEST-Material unterstützt Fachkräfte darin, Verständnis für die jeweilige Lebenswelt der Familien zu entwickeln, ihre Erfahrungen und Einstellungen in der Beratung kennenzulernen und in die gemeinsame Arbeit einzubeziehen. Das Material hilft, Informationen sachlich und verständlich zu vermitteln. Dies fördert das partnerschaftliche Miteinander im Begleitungsprozess.

 

Flexibel und vielseitig: Für unterschiedliche Arbeitsaufträge und verschiedene Lebenssituationen der Familien

Jede Fachkraft kann aus dem großen Angebot von NEST – gemeinsam mit der Familie – diejenigen Arbeitsblätter auswählen und individuell zusammenstellen,

die zu der jeweiligen Situation der Familie passen. Das bedeutet auch, dass es für jede Fachkraft Arbeitsblätter gibt, die sich besonders gut oder weniger gut für ihre Arbeit eignen. Die Arbeitsblätter sind so aufgebaut und gestaltet, dass sie ohne weitere Erläuterungen von Familien und Fachkräften verstanden werden können. Nur in wenigen Fällen sind ergänzende Hinweise für die Fachkraft formuliert.

 

Weitere Informationen finden Sie hier:
https://www.fruehehilfen.de/index.php?id=583

 Quelle: Nationales Zentrum Frühe Hilfen

Appell des Paritätischen Bildungswerkes zur Sicherung der Familienbildung