30.10.2020 Presse­mitteilung Starke-Familien-Gesetz zahlt sich aus: Kinderzuschlag für Familien mit kleinen Einkommen steigt auf 205 Euro

Der Kinderzuschlag für Familien mit kleinen Einkommen wird zum 1. Januar 2021 deutlich erhöht: Er steigt von 185 Euro um 20 Euro auf bis zu 205 Euro pro Monat pro Kind. Nach dem vom Bundestag beschlossenen „Zweiten Familienentlastungsgesetz“ wird das Kindergeld ab dem 1. Januar 2021 um 15 Euro erhöht. Das Kindergeld wird danach 219 Euro für das erste und zweite Kind, 225 Euro für das dritte Kind und 250 Euro ab dem vierten Kind betragen. Damit steht auch die Höhe des Kinderzuschlags von bis zu 205 Euro fest.

 

Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey: „Der Kinderzuschlag, der zusätzlich zum Kindergeld gezahlt wird, ist eines unserer wichtigsten Instrumente im Kampf gegen Kinderarmut. Wenn Eltern mit kleinen Einkommen für die Existenzsicherung ihrer Kinder mehr brauchen, dann ist es gut und richtig, dass auch der Kinderzuschlag steigt. Deshalb haben wir im Starke-Familien-Gesetz vorgesehen, dass der Kinderzuschlag entsprechend der Entwicklung des Existenzminimums dynamisiert wird. Ab Januar 2021 haben Eltern, deren Einkommen für die ganze Familie kaum reicht, jeden Monat 20 Euro mehr pro Kind zur Verfügung. Sie erhalten den Kinderzuschlag von bis zu 205 Euro zusätzlich zum Kindergeld und zum Wohngeld. Sie können auch von den Kita-Gebühren befreit werden. Als Bundesfamilienministerin ist es eines meiner wichtigsten Ziele, jedem Kind die Chance auf ein gutes Aufwachsen zu ermöglichen. Dass der Kinderzuschlag ankommt, zeigen auch die Zahlen: Seit Januar 2020 hat sich die Zahl der Kinder für die der KiZ gezahlt wird verdreifacht auf rund 900.000 Kinder. Der Anstieg bestätigt, dass die Reform des Kinderzuschlags durch das Starke-Familien-Gesetz, die Vereinfachung des Antrags und die Anpassungen im Rahmen des ,Notfall-KiZ' in der Corona-Zeit wirken.“

 

Der Kinderzuschlag sichert in Familien mit kleinen Einkommen gemeinsam mit dem Kindergeld und den Leistungen für Bildung und Teilhabe die Existenzgrundlage von Kindern. Im aktuellen 13. Existenzminimumbericht wird das monatliche sächliche Existenzminimum für das Jahr 2021 für Kinder mit durchschnittlich 451 Euro angegeben. Von diesem bezifferten Existenzminimum eines Kindes hängt seit der Dynamisierung des Kinderzuschlags durch das Starke-Familien-Gesetz, die zum 1. Januar 2021 das erste Mal greift, auch die Höhe des Kinderzuschlags ab. Der Höchstbetrag des Kinderzuschlags berechnet sich aus dem sächlichen Existenzminimum abzüglich des Kindergelds für das erste Kind und abzüglich des Betrags für Bildung und Teilhabe; maßgeblich sind die entsprechenden Beträge im Existenzminimumbericht.

 

Der Kinderzuschlag unterstützt Eltern, die genug verdienen, um ihren eigenen Bedarf zu decken, aber deren Einkommen nicht oder nur knapp für die gesamte Familie reicht. Derzeit beträgt die Familienleistung pro Monat und Kind bis zu 185 Euro – sie wird zusätzlich zum Kindergeld gezahlt. Außerdem werden die Eltern von den Kita-Gebühren befreit und haben diverse andere finanzielle Vorzüge aus dem Bildungs- und Teilhabepaket: Das Schulbedarfspaket mit 150 Euro pro Kind pro Schuljahr, das ab 2021 auf 154,50 Euro pro Jahr erhöht wird, kostenlose Schülerfahrkarten, kostenloses Mittagessen in Kita und Schule und kostenlose Nachhilfe sowie einen monatlichen Zuschuss von 15 Euro für die Teilnahme an Sport-, Musik- oder Kunstangeboten.

Der Kinderzuschlag wurde mit dem Starke-Familien-Gesetz grundlegend ausgebaut. Auch die Anpassungen zum „Notfall-KiZ“ im Zuge der Corona-Krise helfen, dass der Kinderzuschlag bei vielen Kindern direkt ankommt. Außerdem hat sich infolge der Krise und der damit vielfach verbundenen Einkommenseinbußen der Kreis der Anspruchsberechtigten nochmals vergrößert, so dass mehr Familien Kinderzuschlag erreicht werden. Im Januar 2020 waren es noch 299.168 Kinder, die den Zuschlag erhalten haben – aktuell sind es 888.398 Kinder. Und schließlich helfen die verstärkte Bekanntmachung und die erfolgreiche Digitalisierung der Leistung, dass mehr Kinder den Kinderzuschlag bekommen. Um angesichts der anhaltenden Corona-Krise Familien mit kleinem Einkommen weiter zu unterstützen, wurde im Rahmen des Notfall-KiZ die erleichterte Vermögensprüfung im Kinderzuschlag bis 31. Dezember 2020 verlängert. Vermögen wird damit nur berücksichtigt, wenn es erheblich ist.

Weitere Infos unter www.bmfsfj.de

Familienbildungsangebote sind Angebote zur Bildung, Beratung und Begleitung und dürfen unter entsprechenden Hygieneregeln weiter durchgeführt werden

Im Rahmen der aktuellen Kontaktbeschränkungen der COVID-19 Pandemie gilt, dass auch für Einrichtungen der Familienzentren, Mütterzentren, Mehrgenerationenhäuser und Familienbildungsstätten ab 2. November 2020 erweiterte Kontaktbeschränkungen (Verordnung zur Beschränkung von sozialen Kontakten und des Betriebes von Einrichtungen und von Angeboten aufgrund der Corona-Pandemie - Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungs-verordnung) greifen.

 

Die Einschränkungen gelten insbesondere für Angebote, die schwerpunktmäßig der Unterhaltung oder der Freizeitgestaltung dienen. Dagegen können Angebote, die mit Bildungsangeboten an Volkshochschulen vergleichbar sind sowie Beratungsangebote weiterhin bestehen bleiben.

 

Die neuen Regelungen finden Sie unter folgendem Link:

https://www.hessen.de

Wir stellen Akteure im hessischen Fachfeld vor

Heute: Die Arbeitsstelle Frühförderung in Hessen

 

 

Sie ist für alle Eltern, ebenso wie für pädagogisches und medizinisches Fachpersonal mit ihren Fragen da.

 

Frühförderung unterstützt Kinder in ihrer Entwicklung.
Sie umfasst Angebote der
- Früherkennung,
- Entwicklungsförderung,
- Therapie und
- Beratung,
wenn Auffälligkeiten oder Gefährdungen in der Entwicklung der Kinder bestehen und wenn Behinderungen vorliegen oder vermutet werden.  Die Fachkräfte der Frühförderung können Kinder und ihre Familien von Geburt bis zur Einschulung begleiten.  

Die Arbeitsstelle Frühförderung Hessen ist eine landesweite Fach- und Servicestelle. Sie bietet Informationen, Qualifikation und Kontakte rund um das Thema Frühförderung
- für Familien,
- für Frühförderfachkräfte und
- für Kooperationspartner aus der Medizin, der Frühpädagogik, der Kinder- und Jugendhilfe, den Frühen Hilfen und weiteren Bereichen.

 

Arbeitsstelle Frühförderung Hessen

Leiterin: Eva Klein

Ludwigstraße 136
63067 Offenbach

069 / 80 90 96 960

asff@fruehe-hilfen-hessen.de

Neue Termine für Weiterbildung zum Elternbegleiter/zur Elternbegleiterin

Die Weiterqualifizierung zur_zum Elternbegleiter_in richtet sich an Fachkräfte, die in Familienzentren, Eltern-Kind-Zentren, Kitas, Familienbildungsstätten und anderen Einrichtungen der Familienbildung tätig sind bzw. mit Familien zusammenarbeiten. Sie beinhaltet Themen wie Bildung in der Familie, dialogisches Arbeiten, vorurteilsbewusste Begegnung, Beratungskompetenzen und aufsuchende Elternarbeit.

Einen Überblick zu dem Programm Elternchance II, den Aufgaben von Elternbegleiter_innen, dem Inhalt und Umfang der Weiterqualifizierung finden Sie im Kurzcurriculum des Trägerkonsortiums.

Hintergrund ist das Bundesprogramm “Elternchance ist Kinderchance” des BMFSFJ. Seit 01.08.2015 finden die Kurse im Rahmen des ESF-Bundesprogramms “Elternchance II – Familien früh für Bildung gewinnen” statt. Seit Beginn des Programmes konnten bundesweit bereits über 10.000 Fachkräfte der Familienbildung weiterqualifiziert werden.

Die Weiterqualifizierung schließt mit einem Zertifikat ab. Die Teilnahme ist kostenfrei. Es wird eine Bearbeitungsgebühr von 100 € erhoben.

 

Termine für 2021:

https://www.konsortium-elternchance.de/aktuelle-infos/kurstermine-2021/

Neue Landesservicestelle für hessische Familienzentren

Seit 1. Oktober 2020 berät die neue Anlaufstelle für lokale Familienzentren.

Sozial- und Integrationsminister Kai Klose: „Wir investieren weiter in ein

familienfreundliches Hessen.“

 

Ab sofort unterstützt die neue Landesservicestelle die 181 Familienzentren in

Hessen bei ihrer Arbeit. „Wir freuen uns, dass jetzt eine zentrale Servicestelle für

alle Familienzentren da ist, um ihnen bei wichtigen Fragen hilfreich zur Seite zu

stehen“, so Sozial- und Integrationsminister Kai Klose. Die neue Koordinierungs-stelle bietet den lokalen Familienzentren Hilfe zur Selbsthilfe, indem sie den Austausch untereinander fördert, Ideen weiterleitet oder mit fachlichem Input unterstützt. Der Minister betont: „So setzen wir einen weiteren wichtigen Punkt unseres Koalitionsvertrags um und investieren in ein familienfreundliches Hessen."

 

Die lokalen Zentren engagieren sich oft für Schwerpunktthemen wie Gesundheit

oder Integration oder sie fokussieren sich auf bestimmte Projekte. So wie etwa das Familienzentrum BSA e.V., das den in diesem Jahr mit dem Hessischen

Familienpreis ausgezeichneten „Gemeinschaftsgarten Bad Sooden-Allendorf“

entwickelt hat. Dort treffen sich Frauen, Männer und Familien unterschied-lichster Herkunftsländer, Lebenswelten und Religionen sowie Menschen mit körperlichen und seelischen Einschränkungen und können sich gestalterisch einbringen. „Die Landesservicestelle begleitet und berät solche Projekte und sorgt für Vernetzung, damit auch andere Zentren von gemachten Erfahrungen profitieren können“, sagt Klose.

 

Daniela Kobelt Neuhaus, Vorstandsmitglied der Karl Kübel Stiftung für Kind und

Familie, ergänzt: „Wir freuen uns, dass wir uns bei dieser europaweiten

Ausschreibung mit unserem Angebot durchsetzen konnten. Die spannende und

dynamische Entwicklung von Familienzentren in Hessen mitzugestalten und die

Expertise aus vielen bundesweiten Projekten einbringen zu können, sehen wir als Herausforderung und Chance, die wir gerne zugunsten generationen-übergreifender Bildung und Entwicklung nutzen wollen.“ Die Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie hat in Folge der Ausschreibung den Zuschlag als Landesservicestelle für die Familienzentren erhalten.

 

Aber auch interessierte Einrichtungen und Träger können sich an die Servicestelle wenden, wenn sie sich zum Familienzentrum entwickeln wollen. Gerade zu Beginn ist es wichtig, die richtigen Schritte zu setzen die Kräfte zu bündeln und vorhandene Partner zusammenzubringen. Die Landesservicestelle sorgt auch dafür, die Qualität der hessischen Familienzentren zu sichern und weiterzuentwickeln.

 

Quelle: Pressestelle des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integraton

Effektive Arbeitshilfen für alle Themen rund um Familie

Die Prinzipien von NEST: Stärken- und Lösungsorientierung

 

NEST setzt an den Stärken und Kompetenzen der Familien an und zielt darauf ab, diese gemeinsam mit den Müttern und Vätern herauszufinden und zu fördern. Denn genau daraus erwachsen Veränderungsprozesse und eine positive Entwicklung. NEST ist dazu in unterschiedlichen Situationen und thematisch flexibel einsetzbar. Oft reichen bereits wenige Arbeitsblätter aus, mit denen Fachkräfte zu einem Themenbereich beraten können.

 

Positive Veränderungen aus eigener Kraft

Frühe Hilfen unterstützen Familien in belastenden Lebenssituationen. Armut, Bildungsferne, das Leben als allein erziehendes Elternteil, aber auch fehlende eigene Bindungserfahrungen können Belastungen sein. Sie stellen Eltern vor große Herausforderungen – bis hin zur Überforderung. Dies kann die gesunde Entwicklung ihrer Kinder beeinträchtigen. Angebote der Frühen Hilfen sollen dem präventiv begegnen.

 

Der größte Motor für positive Veränderungen liegt in den Familien selbst. Oftmals haben sie jedoch ihre Stärken aus dem Blick verloren, ebenso wie das Vertrauen, Probleme und Krisen aus eigener Kraft bewältigen und in ihrem Leben etwas aktiv bewirken und verändern zu können.

 

Das NEST-Material setzt genau hier an. Es fördert den Blick für die eigenen Kräfte und Kompetenzen. Auf diese Weise können Eltern mit Unterstützung der Fachkräfte Selbstvertrauen und ein Gefühl für ihre Selbstwirksamkeit zurückgewinnen. Das hilft ihnen, eigenverantwortlich Lösungen für ihre Probleme zu finden und das gesunde Aufwachsen ihrer Kinder zu fördern.

Die Orientierung an Stärken und Lösungen wird lediglich an den Stellen und Themen durchbrochen, an denen Verhaltensweisen der Eltern oder anderer Bezugspersonen als Gefahren für das Kind thematisiert werden, zum Beispiel bei den Themen Schütteln, Rauchen, Alkohol- und Drogenkonsum. An diesen Stellen greifen die Materialien auch auf entsprechende Verbotshinweise und -symbole zurück.

 

Kleine Schritte können Großes bewirken

Menschen verändern ihre Verhaltensweisen jedoch nur, wenn sie damit Ziele verfolgen, die sie für sinnvoll und erreichbar halten. Das NEST-Material berücksichtigt beide Aspekte:

  • Mithilfe von Informationen, die sich am Lebensalltag der Familie orientieren, erläutern die Fachkräfte, warum empfohlene Verhaltensweisen sinnvoll sind.
  • Durch Beratung werden die Ziele der Familie konkretisiert. Sie sollen von den Familien möglichst selbst gesteckt werden. Es ist wichtig, dass die Ziele erreicht werden können und die Schritte der Veränderung gemeinsam so gestaltet werden, dass Erfolgserlebnisse möglich sind. Aus den Erfolgserlebnissen entwickeln sich Selbstbewusstsein und der Mut für weitere Schritte.

Arbeitsbeziehung auf Augenhöhe

Die begleiteten Familien kennen ihre Herausforderungen und sowohl bewältigte als auch unbewältigte Krisen am besten. Aus ihren Lebenserfahrungen haben sich Einstellungen, Reaktionsmuster und Verhaltensweisen entwickelt. Das NEST-Material unterstützt Fachkräfte darin, Verständnis für die jeweilige Lebenswelt der Familien zu entwickeln, ihre Erfahrungen und Einstellungen in der Beratung kennenzulernen und in die gemeinsame Arbeit einzubeziehen. Das Material hilft, Informationen sachlich und verständlich zu vermitteln. Dies fördert das partnerschaftliche Miteinander im Begleitungsprozess.

 

Flexibel und vielseitig: Für unterschiedliche Arbeitsaufträge und verschiedene Lebenssituationen der Familien

Jede Fachkraft kann aus dem großen Angebot von NEST – gemeinsam mit der Familie – diejenigen Arbeitsblätter auswählen und individuell zusammenstellen,

die zu der jeweiligen Situation der Familie passen. Das bedeutet auch, dass es für jede Fachkraft Arbeitsblätter gibt, die sich besonders gut oder weniger gut für ihre Arbeit eignen. Die Arbeitsblätter sind so aufgebaut und gestaltet, dass sie ohne weitere Erläuterungen von Familien und Fachkräften verstanden werden können. Nur in wenigen Fällen sind ergänzende Hinweise für die Fachkraft formuliert.

 

Weitere Informationen finden Sie hier:
https://www.fruehehilfen.de/index.php?id=583

 Quelle: Nationales Zentrum Frühe Hilfen

Zahl der weiblichen Genitalverstümmelungen ist in Deutschland deutlich angestiegen

Knapp 68.000 Frauen und Mädchen in Deutschland betroffen

Die Zahl der weiblichen Genitalverstümmelungen in Deutschland ist in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen. 67.975 Frauen mussten hierzulande eine solche Menschenrechtsverletzung erleiden, hat eine neue Untersuchung ergeben, die Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey heute vorgestellt hat.

Die Erhebung wurde im Auftrag des Bundesfamilienministeriums (BMFSFJ) nach einer von dem Europäischen Institut für Gleichstellungsfragen entwickelten Methodik erstellt. Im Vergleich zu den im Februar 2017 vom BMFSFJ veröffentlichten Zahlen ist das ein Anstieg von 44 %. Die meisten betroffenen Frauen stammen aus Eritrea, Somalia, Indonesien, Ägypten und Nigeria.

Die deutliche Steigerung der Zahl der betroffenen und gefährdeten Frauen und Mädchen ist darauf zurückzuführen, dass mehr Menschen aus Herkunftsländern, in denen weibliche Genitalverstümmelung praktiziert wird, nach Deutschland gekommen sind.

 

Auch bei den Minderjährigen sind die Zahlen erschreckend hoch: Zwischen 2.810 und 14.880 Mädchen sind in Deutschland von weiblicher Genital-verstümmelung bedroht. Im Vergleich zu 2017 ist das ein Anstieg um bis zu 162 %. Mädchen aus den Herkunftsländern Somalia, Eritrea, Ägypten, Nigeria und Irak sind dabei zahlenmäßig besonders in Gefahr. Die beiden sich stark unterscheidenden Zahlen liegen darin begründet, dass zwei verschiedene Szenarien berechnet wurden: Im Minimalszenario wird davon ausgegangen, dass in der zweiten Generation keine weiblichen Genitalverstümmelungen mehr durchgeführt werden. Beim Maximalszenario wurde angenommen, dass auch in der zweiten Generation weibliche Genitalbeschneidungen durchgeführt werden.

Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey: „Weibliche Genital-verstümmelung ist eine schwere Menschenrechtsverletzung und eine archaische Straftat, die Mädchen und Frauen in ihrem Recht auf körperliche Unversehrtheit und sexuelle Selbstbestimmung verletzt. Sie hat lebenslange physische und psychische Folgen für die Betroffenen. Unser Ziel im Bundesfamilienministerium ist es, dass keine weiblichen Genitalverstümmelungen mehr in Deutschland stattfinden. Wir wollen Mädchen und junge Frauen davor schützen und ihnen Hilfe anbieten.“

Unterstützung für Betroffene können etwa die Hebammen leisten.

 

Ein großer Erfolg ist deshalb die Studien- und Prüfungsverordnung für Hebammen, die zum 1. Januar 2020 in Kraft getreten ist. Sie berücksichtigt erstmalig die besonderen Belange von Frauen, die von einer weiblichen Genitalverstümmelung betroffen sind. Ministerin Giffey betont: „Es ist essentiell, dass Hebammen Wissen und Kenntnisse über weibliche Genitalverstümmelung besitzen. Nur so können sie die Betroffenen angemessen begleiten und unterstützen.“

Bei der Vorstellung der neuen Zahlen hat Ministerin Giffey heute von Faduma Korn, die 1. Vorsitzende von NALA – Bildung statt Beschneidung e.V., die Petition „Genitalverstümmelung in Deutschland bekämpfen“ entgegengenommen.

Ministerin Giffey: „Wir im Bundesfamilienministerium arbeiten gemeinsam mit Ländern und NGOs an Maßnahmen zu Prävention, Schutz und Aufklärung. Der enge Zusammenschluss mit den NGOs ist mir ein besonders wichtiges Anliegen, denn diese Organisationen schaffen es, Aufklärung und präventive Maßnahmen in die jeweiligen Communities hineinzubringen. Deswegen unterstütze ich Faduma Korn, die 1. Vorsitzende von NALA, bei ihrem Einsatz gegen weibliche Genitalverstümmelung. NALA bedeutet in der Sprache der Kisuaheli „Die Löwin“. Ich finde, das ist ein sehr passendes Bild für all das, was wir für den Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung brauchen: Kraft, Mut und Engagement gegen diese Menschenrechtsverletzung und den gemeinsamen Schulterschluss.“

Das BMFSFJ leitet die Arbeitsgruppe zur Überwindung von weiblicher Genitalverstümmelung in Deutschland, in der sechs Bundesressorts, die Bundesländer, die Bundesbeauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration, die Bundesärztekammer, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sowie Integra, die Dachorganisation von NGOs, die sich in Deutschland gegen weibliche Genitalverstümmelung einsetzen, vertreten sind.

In dieser Bund-Länder-NGO-Arbeitsgruppe wird auch die Einführung eines von der Bundesregierung herausgegebenen Schutzbriefes gegen weibliche Genitalverstümmelung diskutiert. Er soll dazu dienen, Familien, die in ihre Heimatländer reisen, durch die Information über drohende Gefängnisstrafen davon abzuhalten, eine Genitalverstümmelung im Heimatland durchzuführen. Durch den Verweis auf die strafrechtlichen Konsequenzen wäre der Schutzbrief ein wichtiges Instrument der Prävention.

 

Bundesweites Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen"

Unterstützung erhalten Betroffene von weiblicher Genitalverstümmelung auch über das bundesweite Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" unter der kostenlosen Telefonnummer 08000 - 116 016. Neben den betroffenen Frauen können sich auch Angehörige, Freunde und Menschen aus dem sozialen Umfeld sowie Fachkräfte an das Hilfetelefon wenden. Das barrierefreie, anonyme und mehrsprachige Angebot steht rund um die Uhr zur Verfügung.

Weltweit wurden nach WHO-Angaben über 200 Millionen Frauen und Mädchen einer weiblichen Genitalverstümmelung unterzogen, geschätzte drei Millionen Mädchen sind von ihr bedroht.

 

Hintergrundinformationen zur weiblichen Genitalverstümmelung finden Sie hier:

https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/gleichstellung/frauen-vor-gewalt-schuetzen/migrantinnen-schuetzen/genitale-verstuemmelung-bei-frauen-und-maedchen/genitale-verstuemmelung-bei-frauen-und-maedchen/80720

 

https://staerker-als-gewalt.de/gewalt-erkennen/genitalverstuemmlung-erkennen

Hilfs- und Unterstützungsangebote zusammengefasst

Auf dieser Seite finden Sie Kontakte zu Hilfsangeboten der hessischen Wohlfahrtsverbände für Familien, Kinder, Eltern, Paare und Menschen mit psychischen Problemen.

 

Zur Webseite geht es hier:

https://www.liga-hessen.de/wir-ueber-uns/hilfsangebote-corona-pandemie/

 

Immer mehr Familienbildungsangebote erreichen die Familien auch online

Appell des Paritätischen Bildungswerkes zur Sicherung der Familienbildung