Familienperspektive in der Sozialgesetzgebung verankern

Familien sind eine der wichtigsten Grundlagen der Gesellschaft. Sie sorgen für Zusammenhalt und Unterstützung, für das gute Heranwachsen von Kindern und sie pflegen Familienmitglieder. Um all das zu leisten, brauchen sie die Stärkung ihrer Ressourcen und – wenn nötig – Hilfe. Der Internationale Tag der Familie am 15. Mai ist Anlass, die Leistungen von Familien zu würdigen.
Die eaf tritt für einen Perspektivwechsel der Familienpolitik ein: Die staatliche Gemeinschaft sollte nicht erst tätig werden, wenn es (fast) zu spät ist, sondern grundsätzlich fördernde Strukturen für alle bereit halten, wie z.B. Familienbildung und Familienberatung. Familien, deren Kinder eine Behinderung haben, brauchen tatsächliche Inklusion in allen Lebensbereichen von Anfang an. Noch viel zu oft werden sie zwischen verschiedenen Bereichen des Sozialrechts hin- und hergeschoben. „Unser gesamtes Sozialrecht ist auf den Einzelnen fokussiert und berücksichtigt Familienzusammenhänge zu wenig“, stellt Christel Riemann-Hanewinckel, die Präsidentin der eaf, fest. „Es ist wenig hilfreich, alle Belange der Kinder- und Jugendlichen auf ein Sozialgesetzbuch (SGB VIII) zu konzentrieren. Die Perspektive von Kindern, Jugendlichen und Familien muss vielmehr grundsätzlich in der Sozialgesetzgebung verankert werden. Wir fordern eine entsprechende Berücksichtigung im Sozialgesetzbuch I (SGB I), sozusagen als Präambel für alle zwölf Sozialgesetzbücher“, so Frau Riemann-Hanewinckel weiter.

Quelle: Pressemeldung der evangelischen arbeitsgemeinschaft familie (eaf) vom 14.5.2018

 

Weiterbildung zur ElternbegleiterIn

Das Programm „ELTERNCHANCE II – FAMILIEN FRÜH FÜR BILDUNG GEWINNEN“ wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie den Europäischen Sozialfonds gefördert. Die Teilnahme an der Weiterqualifizierung ist kostenfrei.  Es fällt lediglich eine Bearbeitungsgebühr von 100 € pro Teilnehmer an.

 

Zielgruppe sind Fachkräfte in der Eltern- und Familienbildung: Hauptamtliche oder Honorarkräfte mit einer pädagogischen, psychologischen, sozialen, psychosozialen, therapeutischen oder sozialwissenschaftlichen Grund-ausbildung und mit Berufserfahrungen in der Familienbildung in ver-schiedenen institutionellen, formellen und informellen Settings.

 

Die Themengebiete umfassen folgende Inhalte:

  • Zusammenarbeit von Eltern und professionellen Fachkräften aus den Bereichen Erziehung, Bildung und Gesundheit, angepasst an aktuelle familiale und gesellschaftliche Herausforderungen
  • Vertiefung neuester Erkenntnisse über die Bedeutung von Bildungs-übergängen im Kindes- und Jugendalter mit Blick auf sich wandelnde Familienmodelle und Rollenbilder
  • Bedarfs- und Bedürfniseinschätzung für die Unterstützung von Familien und die Stärkung einer vorurteilsbewussten Grundhaltung
  • Förderung von Erziehungs- und Bildungspartnerschaften zwischen pädagogischen Fachkräften und Eltern, sowie Kooperationen von Familien mit Bildungs- und Gesundheits-/ Sozialinstitutionen

 

Die Elternbegleiter*Innen erweitern ihre Kompetenzen in der Eltern- und Familienbildung, um in ihrem aktuellen Tätigkeitsbereich die heterogenen Entwicklungs- und Bildungsverläufe von Familien in verschiedenen Lebensetappen individuell und ressourcenorientiert zu begleiten und zu unterstützen, insbesondere Familien mit Migrationserfahrungen.

 

Weitere Informationen zu Ablauf und Terminen finden Sie unter

www.familienbildung-bag.de

Qualitätsentwicklung in der Praxis unterstützen – Kommunale Qualitätsdialoge Frühe Hilfen

Das Projekt »Kommunale Qualitätsdialoge Frühe Hilfen« bietet Akteuren in den Frühen Hilfen eine neue Möglichkeit, sich fachlich begleitet mit Qualitätsentwicklung auseinanderzusetzen. Dabei handelt es sich um einen rund zweijährigen Qualitätsentwicklungsprozess, der durch eine langfristig angelegte Begleitforschung und eine partizipativ gestaltete Praxisentwicklung unterstützt wird. Das Projekt basiert auf dem Qualitätsrahmen Frühe Hilfen, der vom NZFH und dessen Beirat erarbeitet wurde. Interessierte Kommunen können sich ab sofort über ein Interessensbekundungsverfahren bewerben. Die Bewerbungsfrist endet am 25. Mai 2018. Die Zahl der Kommunen ist auf 24 begrenzt.

Abb.: Die neun Qualitätsdimensionen des Qualitätsrahmens
Die neun Qualitätsdimensionen des Qualitätsrahmens

Nach dem flächendeckenden Auf- und Ausbau der Netzwerke Frühe Hilfen gehört die qualitätsgesicherte Weiterentwicklung von Strukturen zu den wichtigsten Herausforderungen. Durch die Bundesstiftung Frühe Hilfen sind die auf- und ausgebauten Strukturen nun auch auf Dauer verstetigt. Das NZFH unterstützt diesen Prozess durch langfristig angelegte Begleitforschung und eine partizipativ gestaltete Praxisentwicklung.

Daher startet das NZFH das Projekt »Qualitätsentwicklung in der Praxis unterstützen – Kommunale Qualitätsdialoge Frühe Hilfen« und leistet damit einen Beitrag zur Qualitätsentwicklung der Frühen Hilfen vor Ort. Das Vorhaben basiert auf dem Qualitätsrahmen Frühe Hilfen, der vom NZFH und dessen Beirat erarbeitet wurde.

Der Qualitätsrahmen Frühe Hilfen ist ein Instrument zur Beschreibung von Qualität Früher Hilfen innerhalb der konkreten örtlichen Gegebenheiten. Hierzu benennt er neun relevante Qualitätsdimensionen, die dazu einladen, die örtlichen Strukturen und den aktuellen Stand Früher Hilfen zu bewerten, zu diskutieren und weiterzuentwickeln.

 

Weitere Informationen finden Sie hier